So kann der Kontakt zu den Stars gelingen!
Geschrieben am 22. Sep, 2008 von Kevin. Abgelegt unter Musik, Promis
Viele Musikfands kennen das: Da haben sie schon etliche Konzerte ihrer Lieblingsstars besucht – richtig nahegekommen sind sie den Idolen aber noch nie. Dabei gibt es zumindest Verhaltenstipps, die helfen können, das zu ändern.
Sie machen die beste Musik der Welt, sehen super aus und sind bestimmt total sympatisch – wenn man sie nur persönlich kennenlernen könnte. Der größte Wunsch echter Fans ist es, ihrer Lieblingsband einmal ganz Aug in Aug zu begegnen. Dafür sind viele von ihnen bereit, fast alles zu tun: Vor Konzerthallen schlafen, in Hotelzimmer eindringen, sich ohne Zugangspass hinter die Bühne schleichen. Doch führt das wirklich zum Erfolg? Was muss ein Fan tun, um den ersehnten Kontakt zu seinen Stars zu bekommen? Er muss vor allem Geduld haben und sich gut informieren.
Vergebliche Mühen
Lynn Marzk und Alice Soscak aus Berlin leiben seit drei Jahren die Band “Tokio Hotel” und ganz bestonders deren Sänger Bill Kaulitz. “Um ihm kurz in die Augen schauen zu können, würde ich sogar Würmer essen”, sagt Alice. Die beiden 15-jährigen Schülerinnen ließen sich schon allerhand einfallen, um Bill und seiner Bandkollegen auf sich aufmerksam zu machen – bisher allerdings ohne Erfolg.
Sie schliefen vor dem Hotel der Band und wurde verjagt, bevor Tokio Hotel eintrafen. Sie bastelten einen 20 Meter langen Fanbrief und brachten ihn zu einem Musiksender. Keine Reaktion. Bei einem Konzert warfen sie sogar ihre Büstenhalter auf die Bühne und schrieben sich “Bill, ich will ein Kind von dir” auf die Brüste. Doch auch das bemerkte außer den umstehenden Fans niemand. Die einzige Ausbeute der beiden Freundinnen: ein handgeschriebenes Autogramm von Bandmitglied Tom. “Wir sind langsam frustriert”, sagt Lynn. “Es ist schwer, an die Band heranzukommen. Und mit ihrem Erfolg im Ausland wird es nicht leichter.”
Thorsten Klages kennt die Nöte der Fans. Der 42-Jährige ist bei der Plattenfirma Universal für die Internetauftritte von Tokio Hotel und allen anderen deutschen Bands des Konzerns zuständig. Er organisiert Live-Chats mit Musikern im Internet und verlost Besuche hinter der Bühne sowie “Meet and Greets”, bei denen wenige Glückliche für kurze Zeit mit ihrer Lieblingsband sprechen dürfen. “Bei sehr bekannten Bands können leider nicht alle Fans berücksichtigt werden”, sagt Klages. “Schließlich haben die Musiker auch ein Recht darauf, ungehindert ihrer Arbeit und ihrem Privatleben nachzugehen.”
Allzu Aufdringliche, die Plattenaufnahmen und geheime Promotion-Termine stürmen, haben daher keine Chance. Der Musikmanager rät Fansm sich in Geduld zu üben und sich gut zu informieren: “Autogramme bekommt man ganz einfach, indem man einen frankierten Rückumschlag an die Plattenfirma der Band schickt.” Fanpost und Geschenke gingen uaf keinen Fall verloren, beruhigt Klages. Sie würden sowohl vom Management als auch von der Plattenfirma gesammelt und an die Band weitergeleitet. Ob die allerdings die Grüße der Fans zur Kenntnis nimmt, hängt von der Masse ab.
Der Musikmanager empfiehlt zudem, die Augen nach allen Richtungen offen zu halten. Auch Musiksender und -magazine veranstalten regelmäßig Treffen zwischen Bands und Fans. Und die Mitgliedschaft im Fanclub kann ebenfalls hilfreich sein: “Das erhöht die Wahrnehmung.”
Arbeiten für “Die Ärzte”
Für diesen Weg hat sich Anna Winko aus Sandhausen bei Heidelberg entschieden. Die 23-Jährige ist seit zehn Jahren der Berliner Punkrockband “Die Ärzte” treu. Da sich die erfolgreichen Musiker in der Öffentlichkeit rarmachen, beschloss sie, im offiziellen Fanclub mitzuarbeiten. “Wir geben ein Magazin heraus, reisen auf Tour mit und arbeiten eng mit dem Bandmanagement zusammen, um die Fans so schnell wie möglich über alles Wissenswerte zu informieren”, fasst Winko die Aufgaben des beinahe 6000 Mitglieder starken Klubs zusammen.
Anna hatte irgendwann Glück. Ihr Traum ging tatsächlich in Erfüllung: Sie saß in einer Autogrammstunde Bela B, Farin Urlaub und Rodrigo González persönlich gegenüber. “Sie waren noch viel netter, als ich dachte”, schwärmt sie bei der Erinnerung an das Treffen.
Riesenposter als Trost
Solche Sternstunden sind freilich selten, ob man nun Mitglied eines Fanclubs ist oder nicht. Die Tokio-Hotel-Freundinnen Lynn und Alice aus Berlin trösten sich derweil mit Bettwäsche und jeder Menge Poster. So können sie ihren Stars schon einmal probeweise in die Augen schauen, während sie noch auf das große Verlosungsglück warten.
Nina Apin, RZ
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